Soziales und Miteinander

Nord-Süd-Preis der Stadt für Solar Net und Nawezi

18 Mai , 2006  

Münster.- Wie hängen Armut, Unterentwicklung und Umweltzerstörung in einem Teil der Welt mit Lebensstil und Konsumgewohnheiten der Menschen im anderen Teil der Welt zusammen? Viele Gruppen und Initiativen aus Münster hinterfragen die Ursachen für das Nord-Süd-Gefälle. Als Anerkennung für ihre vorbildlichen Aktionen und Projekte, die globale Zusammenhänge vor Ort begreifbar machen, vergab die Stadt zum dritten Mal den "Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Preis". Er geht zu gleichen Teilen an den Verein Solar Net International und an den Künstler Richard Nawezi. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster am 18.05.2006 mit.

Mit insgesamt 14 Bewerbungen hatte sich das fünfköpfige Preisgericht bei der dritten Auflage des Wettbewerbs intensiv auseinandergesetzt. Im Ergebnis konnte Bürgermeisterin Karin Reismann (am 18. Mai) im Rathausfestsaal die diesjährigen Preisträger auszeichnen. Den mit insgesamt 5000 Euro dotierten Preis teilen sich Solar Net International in Verbindung mit dem Schillergymnasium Münster und der aus dem Kongo stammende Künstler Richard Nawezi.

Solar Net International

Solar Net International ist aus einer Partnerschaft zwischen einem Schulkomplex in Namibia und dem Schillergymnasium hervorgegangen. Der Verein wird für seinen innovativen Ansatz und seine breit gefächerten Aktionen beim Jugendaustausch mit dem namibischen Farmschuldorf Baumgartsbrunn, mit Ghana und Polen ausgezeichnet. Schwerpunkte der internationalen Kontakte sind die Entwicklung erneuerbarer Energiegewinnung und die Förderung des Umgangs mit neuen Medien.

Solar Net ist mehr als eine Schulpartnerschaft. Über die breite Streuung der Kontakte mit Jugendlichen in Namibia, Ghana und Polen wird gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, dass diese auch untereinander Beziehungen aufbauen. Nichts baut so effektiv Vorurteile ab wie persönliche Begegnungen und Kooperationen. Das Preisgericht würdigte diesen Beitrag mit 2500 Euro.

Richard Nawezi

Richard Nawezi erhält den Preis für seine künstlerischen, kulturellen und entwicklungspolitischen Aktivitäten, die er in unterschiedlichen Kooperationen und Netzwerken umsetzt – etwa mit seinem Tanz- und Musikensemble "Mutuashi" oder mit "Radio Soukous", das monatlich im Bürgerfunk ausgestrahlt wird. Beispielhaft sind auch sein Projekt "Mutoto e.V.", das mit sozialem und künstlerischem Schwerpunkt in Münster und Lubumbashi arbeitet oder sein eigenes Label "kitunga.projekte", das Theater-, Musik- und Kulturprojekte als Brücke zwischen dem Kongo und Deutschland realisiert.

Die Auszeichnung für Richard Nawezi würdigt die originelle Verknüpfung von Kultur, Politik und Pädagogik, von Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Projektunterstützung. Besonders hervorgehoben wird die Zusammenarbeit von Afrikanern und Deutschen in seinen Projekten. Richard Nawezi erhält ebenfalls ein Preisgeld von 2500 Euro.

Besondere Anerkennung für das Eine-Welt-Netz NRW

Die Jury hat zusätzlich dem Eine-Welt-Netz NRW in einer Urkunde ihre besondere Anerkennung für dessen Verdienste um entwicklungspolitische Basisarbeit ausgesprochen. Das Ziel, mit der Wanderausstellung "Unsere Zukunft – Eine Welt" entwicklungspolitische Themen im öffentlichen Raum zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen, wird dabei hoch eingeschätzt. Angesichts der Kürzungen von öffentlichen Mitteln, die auch die Eine-Welt-Arbeit trifft, hat das Preisgericht mit der Auszeichnung seine Anerkennung entwicklungspolitischer Lobbyarbeit zum Ausdruck gebracht.

Nach der Preisverleihung eröffnete Bürgermeisterin Karin Reismann im Foyer des Stadthauses 1 eine Ausstellung mit allen Bewerbungen um den Nord-Süd-Preis. Sie ist dort bis zum 27. Mai zu sehen.

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