Wirtschaft und Wirtschaftspolitik

Münsters Fahrzeug-Industrie auf Expansionskurs

13 Jun , 2006  

Münster. Münsteraner lieben ihre Drahtesel, hoch im Fortbewegungskurs steht aber auch der Untersatz auf vier Rädern: In der Westfalen-Metropole fahren NRW-weit die meisten Pkw pro Einwohner. Das hat jetzt das Kraftfahrtbundesamt auf Anfrage mitgeteilt, berichtet der wid am 13.06.2006: 564 Pkw kommen auf 1.000 Einwohner – damit ist Münster mächtig mobil.

Zugleich gewinnt die Fahrzeug-Branche für münsterische Unternehmen enorm an Bedeutung. Diesen
Aufschwung belegen die BASF Coatings oder Hengst Filtersysteme – mit Produkten rund ums Kfz. In Münster gibt es rund 152.000 Pkw unter den 270.000 Einwohnern, die gleichzeitig 500.000 Fahrräder ihr Eigen nennen. Hinter Münster belegen bei den Pkw in NRW Bonn und Remscheid die Plätze zwei und drei. Darüber hinaus besticht Münster auch durch das enorme Wachstum bei den KfZ-Zulassungen. Die Zahl von 133.000 registrierten Autos im Jahr 2001 ist permanent gestiegen – ein Plus von 15 Prozent in den letzten fünf Jahren.

"Das Auto hat aber nicht nur für die Bürger an Bedeutung gewonnen. Die Fahrzeugbranche ist auch für Automobilzulieferer aus Münster äußerst interessant", erklärt Dr. Thomas Robbers, Geschäftsführer der  Wirtschaftsförderung Münster. Der Umsatz der BASF Coatings kletterte im ersten Quartal 2006 im Vorjahresvergleich um 25 Prozent, vor allem dank des starken Geschäfts mit Fahrzeug- und Autoreparaturlacken insbesondere in Asien und Nordamerika. 591 Millionen Euro hat das Unternehmen in Münster-Hiltrup in den ersten drei Monaten des Jahres mit rund 2.300 Mitarbeitern erwirtschaftet.

Der Automobilzulieferer Hengst Filtersysteme will nach deutlichen Exportsteigerungen im ersten Quartal 2006 vor allem in den USA und in Südamerika weiter wachsen. Über 30 Millionen Filtereinsätze für alle gängigen
Motorentypen wurden in 2005 in 170 Länder exportiert. Allein der Umsatz mit Ersatzteilen ist laut Angaben des Unternehmens um 20 Prozent gewachsen.

Doch man muss nicht in die Ferne schweifen, um mit Autos erfolgreich zu sein. Die Wilhelm Burg Gruppe eröffnete im Mai ihr bundesweit einmaliges Autohaus "FamilyCars" vor den Toren Münsters. Dieses bietet ein Marken übergreifendes Angebot geräumiger Fahrzeuge speziell für Familien an, zumal die Angestellten größtenteils eine eigene Familie haben. Dieses Konzept lockte sogar Bundesministerin Ursula von der Leyen zur Eröffnung und überzeugte: Für ein zielgruppen-orientiertes Unternehmen ist Münster als junge Stadt ein gutes Pflaster. 23.000 Familien mit Kindern bis 18 Jahren hat das statistische Landesamt hier gezählt. Sie wohnen gern in Münster, das seit der Verleihung des "LivCom-Awards" 2004 als lebenswerteste Stadt der Welt gilt.

"Diese Auszeichnung und der Titel ,Klimahauptstadt’ zeigen, dass viel Verkehr und hohe Lebensqualität kein Gegensatz sein müssen", erklärt Dr. Robbers. Mit 350 Hektar öffentlichen Grünflächen und Naturschutzgebieten ist Münster nicht nur eine automobilfreundliche, sondern auch eine grüne Stadt. Ende 2005 gewann
Münster als erste deutsche Großstadt zudem den "European Energy Award" in Gold, der den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Energie honoriert.

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