Bildende Kunst

Marienkonzert mit Überraschungsgast

20 Nov , 2005  

Sendenhorst. Ein Marienkonzert von beeindruckender Vielfalt bot am Freitagnachmittag die Stadt- und Feuerwehrkapelle in St. Martin in Sendenhorst.

Wer Marienlieder und somit Gesang erwartet hatte, wurde zunächst mit einer jungen Violinisten überrascht. Sophie Richter aus Münster, kurzfristig nach Ausfall der vorgesehenen Sängerin und einer anderen Violinistin eingesprungen, machte das Konzert zu einem besonderen Erlebnis. Das feine Spiel des kleinen Streichinstruments verband sich etwa bei Charles François Gounods „Ave Maria“ mit besonderem Reiz mit der Klanggewalt der 51-köpfigen Kapelle. Beim zweiten Einsatz der Violine, einem „Ave Maria“ von Franz Schubert, konnten sich zudem die Saxophone konzertant in Szene setzen. Ein gelungenes Experiment trotz einer einzigen Probe. Das Publikum dankte dem mit glücklicher Hand gewählten Ersatz mit starkem Applaus.

Richter erhielt ihren ersten Geigenunterricht im Alter von fünf Jahren. Sie ist mehrfache Preisträgerin im Wettbewerb „Jugend musiziert“ und nahm an zahlreichen Orchester, -Kammermusik – und Meisterkursen teil.

Das Violinstudium in Enschede schloss sie mit einem Instrumentalpädagogik- und einem Konzertexamen ab, ihr Schwerpunkt liegt in der kammermusikalischen Arbeit. Darüber hinaus arbeitet sie seit einigen Jahren im Bereich der Unterhaltungs- und Popmusik.

Die Gelegenheit zum Singen übernahmen bei den Marienliedern wie „Gegrüßet seist Du Maria“ und Beschütze uns Maria“ gern die Zuhörer.

Eine weitere Bereicherung des Marienkonzerts war das WAF-Blechquartett mit Bernd und Peter Neugebauer, Corinna Tyrell und Christian Siegmund, der auch in der Kapelle spielt. Von der Empore her trugen sie Werke wie das Andantino aus der Sinfonie für Bläser von Johann Christian Bach und das Halleluja des deutsch-jüdischen Komponisten Louis Lewandowski vor. Sie verstärkten damit noch den Eindruck von der Vielfalt der Möglichkeiten der Blechbläser. Besonders Querflöten und Trompeten fielen wiederholt mit Schwung und Präzision auf.

Anlass des gelungenen, als Krönungszeremonie gedachten Konzerts war der Jubiläums-Auftritt, den die Kapelle in diesem Sommer beim Mariä-Himmelfahrtsfest in Warendorf hatte: Seit 75 Jahren unterstützt sie das Fest. Die Kapelle, die das Gros des Konzertes bestritt, ist jung und doch von beachtlicher musikalischer Reife. Der Jüngste ist acht, der Älteste 80. Die Kapelle spielte die konzertanten Stücke des breiten und anspruchsvollen Programms unter dem klaren Dirigat von Martin Pasternak exakt und klangschön. Die Komponisten reichten von Beethoven bis zu Louis Couperin.

„Die Proben waren auch recht anstrengend“, gab Pasternak zu. Viele der Bearbeitungen für die Kapelle besorgte der frühere Leiter der Kapelle, Norbert Pasternak.

Durch das Konzert führte Andrea Lammerding. Sie lud zum Abschluss besonders junge Musikinteressierte zum Mitmachen in der Stadt- und Feuerwehrkapelle Sendenhorst ein.

Nach drei Zugaben erst ließ das Publikum die Kapelle ziehen, die zum ersten Male in voller Besetzung in St. Martin spielte.

Dr. Andreas Hasenkamp

Foto:
Die Stadt- und Feuerwehr-Kapelle Sendenhorst harmonierte beim Marienkonzert mit der Violinistin Sophie Richter. Foto: -anh-.

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