Kunst und Kultur

Klare Stimmen zum Lob Mariens

1 Okt , 2006  

Münster-Wolbeck. „Reizvolle und schöne Kompositionen“ zur Person Mariens hatte der Kirchenmusiker von St. Nikolaus, Thorsten Schwarte, zu Beginn versprochen. Dieses Versprechen hielt das Konzert mit Anne Klare, Sopran, und Henk Plas, Orgel, am Sonntagabend, 1.10.2006, voll und ganz ein.

Klassisch gefugt schraubt sich Bachs Präludium und Fuge G-Dur in die Höhe; klassisch kommen auch Bachs „Meine Seele erhebt den Herren“ in den Varianten BWV 648 und 733 und Buxtehudes „Magnificat primi toni“ daher. Plas, Organist von St. Clemens in  Hiltrup, nutzte die Stärken der renovierten Orgel.

Schuberts „Ave Maria“ erklang in seiner jeden stumm machenden Schönheit. Der hervorragende Vortrag Klares ließ darüber hinweghören, dass hier Orgel und Sopran nicht dieselben Noten hatten und die Orgel eine andere Tonart spielte. Dem Marien-Thema widmete sich auch der zeitgenössische Komponist Franz Lehrndorfer. Seine Variationen für Orgel zu „Maria, dich lieben“ boten mehr Kontemplatives, unter anderem ein plätscherndes Spiel mit sachten Dissonanzen.

Als musikalisch-poetische Entdeckung entpuppten sich Thilo Medeks „Geistliche Lieder“. Medek komponierte sie zu Texten von Georg Trakl. Klare intonierte die Worte wie Bilder, etwa in „leise der Flug der Vögel tönt“ im Rosenkranzlied: Ein Kunstwerk des musikalischen Ausdrucks. Klare ist unter anderem ausgebildete Opernsängerin, studierte Sprecherziehung und arbeitet auch als Gesangspädagogin in Münster und Billerbeck. Über das Werk Medeks hatte das Duo vor zehn Jahren in Enschede zum gemeinsamen Musizieren gefunden. Klare begleitete Plas damit bei seiner Konzertprüfung.

In Felix Bartholdys „Salve Regina“ spielte Klare noch einmal die Klarheit ihrer raumfüllenden, wandlungsfähigen Stimme aus. Der Applaus fiel reichlich aus und sehr kräftig. Das Konzert hatte zahlreiche Gäste aus Angelmodde, Hiltrup und Münster in die Kirche von St. Nikolaus gezogen.Nachdem die auf eine Stunde angesetzte Länge – die Bänke sind so bequem nicht – deutlich überschritten war, ermutigte der starke Applaus Anne Klare zur bescheidenen Frage, ob es denn noch eine Zugabe sein dürfe? Den Hörern ging die Muse klar über den Körper – die Zugabe wurde herzlich gewünscht. Und das Duo erntete noch einmal lebhaften, dankbaren Applaus für ein ungewöhnliches Konzert.

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