Angelmodde

Kenianerin erzählt beim Afrikatag in St. Bernhard von unerwarteten Aspekten ihrer Heimat

30 Jan , 2007  

Münster-Angelmodde. „Häufig nennen wir Kenia ‚die Schweiz Afrikas’“, sagt Jerop Seurei und lacht gleich darauf über den Vergleich. Auch von Schattenseiten des Lebens in ihrer Heimat spricht die junge Kenianerin am Samstagabend im Pfarrzentrum von St. Bernhard.

Aber erst einmal bestechen die fantastischen Aufnahmen von Bergen und Blumen ihrer Heimat. Die Fremdsprachen sind eine antrainierte Stärke vieler Kenianer. Zur Stammessprache kommt Kisuaheli, in der ersten Klasse dann Englisch. Bis 1963 war Kenia britische Kolonie. Der englische Einfluss sei immer noch groß, sagt die junge Kenianerin auf Nachfrage aus dem Publikum, zu dem sich auch die Gesangsgruppe aus dem Gottesdienst gesellt hat. Seit 1992 habe die Demokratisierung große Fortschritte gemacht. Die Parteien-Landschaft scheint jedoch unübersichtlich und als Leitfiguren seien die Politiker verbraucht. Mit Natur und Umweltschutz, Urwald und Aufforstung, Abgasen oder Müll geht man in Kenia vorsichtiger um als anderswo, berichtet Seurop.Seurop besuchte ein angesehenes Internat, kam mit Deutschen in Kontakt und begann, Deutsch zu lernen. Was sich beim Deutschen Stammtisch am Goethe-Institut in  Nairobi  gut fortsetzen lässt.

Jerop Seurei Manches ist auch einfacher als gedacht: „Was heißt ‚Flamingo’ auf Deutsch?“, fragt sie. Inzwischen hat sie ein Jahr als Au-Pair in Köln hinter sich und macht in Münster das Fachabitur. Dann will sie Sozialwesen an einer Fachhochschule studieren. Möglich gemacht haben dies vor allem die Familie von Jerop, die vier Geschwister hat, und Freunde. Weiteres Geld verdient sie sich selbst.Einiges erläutert Malte Vogl, ein Franke, der in Berlin Physik studiert und ein Jahr seines Studiums an der angesehenen Universität von Nairobi absolviert hat. Ein Teil der Aufnahmen stammt von ihm und seinen deutschen Kommilitonen.

Etwa eine halbe Stunde hat Pfarrer Klaus Wirth für den Vortrag eingeplant. Nach vielen Fragen und viel Lachen wird eine Stunde daraus.

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