Hiltruper Orgelfestwochen 2018: Orgel-Mezzo zum Auftakt

Nutzen die Möglichkeiten der Orgel in St. Clemens beim Auftakt-Konzert der Hiltruper Orgelfestwochen: Henk Linker und Valeria Boermistrova. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Hiltrup (agh). Mit einigen weihnachtlichen Vorzeichen versehen war das Eröffnungskonzert der Hiltruper Orgelfestwochen. Am Sonntag gesellte sich zudem zum Organisten, Henk Linker, eine Sängerin: die Mezzosopranistin Valeria Boermistrova.
Modern sind die ersten drei Stücke: Das „Adeste fidelis“ von Jeremy Jackman, das schon eine ausgewogene Relation von Orgel und Stimme verspricht, das „Ave Maria“ von Jehain Alain, von Flor Peeters ein Auszug aus den Zehn Orgelchorälen, dessen Finale in abgrundtiefer Ewigkeit verklingt. Peeters‘ Orgelsolo ließ sich nutzen, zu sinnieren, wie wohl die Stimme aus menschlicher Kehle geklungen hätte.
Das Sphärisch-Himmlische im Klang des Werks von Alain, es prägt eine der das Konzert beendenden Variationen über „Adeste fidelis“ aus der Feder von Marcel Dupré und schließt so den Kreis: Da ist die Werkauswahl wieder in der Moderne angekommen.
Eingeschlossen in die Logik des durchweg stark wie eine Andacht gehaltenen Konzerts ist Literatur des 16. bis 19. Jahrhunderts: Das Weihnachts-Erleben der Hirten bei Lodovico da Viadana im „Quem vidistis pastorem“, mehrfach der Gruß an Maria, die Königin, Claude Balbastres ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, dann das im Gesang besonders berührende „Heil’ge Nacht“ von Joseph Rheinberger.
„Damit kann man fast alles machen“, sagt Linker und meint die Orgel: Ihre vielen Register erlaubten es ihm auch, eines seiner Lieblingsstücke zu spielen, die „Variations Sérieuses“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Opus 54.
Die Schwellwerke der Orgel ermöglichten es Linker, die Lautstärke zu dosieren für eine Balance mit dem Mezzosopran. Nicht zuletzt die Sängerin konnte sich über den guten Besuch freuen: die Zahl der Besucher entsorgte weitgehend den unerwünschten Nachhall, zum Wohle der Text-Verständlichkeit.

Nutzen die Möglichkeiten der Orgel in St. Clemens beim Auftakt-Konzert der Hiltruper Orgelfestwochen: Henk Linker und Valeria Boermistrova. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Stark war der verdiente Applaus für das harmonische Duo aus Almelo, das seit 1995 als Duo „Orgel-Mezzo“ zusammenarbeitet und über Europa hinaus auftritt.


Die Hiltruper Orgelfestwochen l2018 assen an den folgenden zwei Sonntagen jeweils um 17 Uhr zunächst Henk Plas hören mit Werken von César Franck, Jehan Alain und Louis Vierne, dann am 28. Januar Gijs van Schoonhoven mit Werken von Christiaan Frederik Hendriks jr., Anton Heiller und Bert Matter.

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