Bildende Kunst

Besucher schaffen neue Sichten

1 Mai , 2005  

Münster-Angelmodde. Was sonst hinter der nach Sinn grübelnden Stirn verborgen bleibt, können Besucher der Primavera-Ausstellung im Gallitzin-Haus nun nachlesen und mit anderen teilen. Kunst zum Mitmachen bietet die Ausstellung von Maria Meyer und Rike „S.“ Overhage an. Die Einladung, selbst Titel zu geben, nahmen viele Besucher wahr.
Goethe meinte in sei-ner Farbenlehre: Der Beobachter verändert nicht nur, sondern erschafft sich durch Beobachten erst die Welt. “Für uns war das am allerspannendsten“, berichtete am Sonntag Rike Overhage. Nämlich, welche Titel die Besucher erfinden würden. Teils allein, teils in Gruppen sich austauschend hatten viele Besucher den kommentarlos ausgestellten Bildern Titel verliehen. Viele Besucher lieferten mehr als ein Dutzend.

Maria Meyer und Rike OverhageSeit Sonntag hängen sie zusammen mit den Titeln der Künstllerinnen aus und eröffnen dem nun auch lesenden Betrachter neue Sichten.
Manche Interpretation liegt nahe an den von den Künstlerinnen selbst vergebenen, andere auf ganz anderen Ebenen, anderen Teilen eines Bildes.
Kostproben: „Gemeinsamer Raum“ erhielt auch die verwandten Titel „Fromme Frauen mit Erscheinung“ und „Verschleierte Frauen“, aber auch „Treffen der Kulturen“ und „Der unschlüssige Mann“. Das Bild „Morgen nach der Schlacht“ inspirierte zum eher kontrastierenden „Fröhlichkeit“ und zu „Hinaus zum Licht“ und „Wasserfall“.
Eher nahe an den Künstler-Deutung blieben die Lesarten der „Verzweiflung“: „Das zweite Gesicht“, „Das andere Ich“ „Dunkle Schatten der Vergangenheit“, „Besorgnis“, „Schattenseiten“ oder auch „Die zwei Gesichter einer Frau“.
Auf die Nähe zur eigenen Absicht kam es Overhage und Meyer nicht an. Ihnen ging es um das Angebot, Besucher selbst, mit der eigenen Person und Befindlichkeit, etwas in den Werken finden zu lassen.
Die gute Resonanz hat bei beiden weitere Pläne angestoßen, wie Besucher sich beteiligen können.
Geöffnet hat die Ausstellung am Angelmodder Weg 97 noch an den kommenden zwei Sonntagen, am 8. und am 15. Mai, jeweils von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Besucher können auch noch eigene Titel hinterlassen.

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