Soziales & Miteinander

Austausch mit Litauen: Wolbecker gründet Verein zur Förderung der memelländisch-litauischen Bez.

1 Dez , 2005  

Münster-Wolbeck. Humanitäre Hilfe, Kultur- und Bildungsarbeit sowie die Begegnung will der am Donnerstagabend in der Dorfschenke gegründete Verein fördern. Damit stellt er einiges auf feste Füße, was zuvor in rein privater Initiative geleistet wurde. Nämlich Hilfe unter anderem mit Kleidung für Menschen aus dem Gebiet Memelland in Litauen. Die Wolbecker Karsten Wolff und Hans-Jürgen Meier sowie Wolfgang Weiss hatten schon zuvor manche für die Diakonie in Litauen bestimmte Fuhre zusammengestellt.

Der „Verein zur Förderung der memelländisch-litauischen Beziehungen e.V.“ will dies ausweiten. Bedarf ist da. Nicht nur, weil der Diakonie die Mittel gekürzt wurden, wie Wolff berichtete. Für die Europäische Union stehe Litauen auf der höchsten Förderstufe.

Der Verein wolle Grenzen überwinden und Brücken schlagen, so Wolff, der als Musikpädagoge arbeitet. „Wir wollen den alten Quatsch hinter uns lassen und einen Schritt in die Zukunft machen“.

Gründungsmitglieder des VereinsDer Bezug der Mitglieder zum Memelland ist unterschiedlich. Der zweite Vorsitzende, Heinz Simoneit, ist dort geboren. Die Mutter des Vorsitzenden, Karsten Wolff, hatte Wurzeln in der Kuhrischen Nehrung und wurde vertrieben. Wolff entdeckte Anfang der 90-er Jahre die afrikanische Musik für sich, nahm an CD-Aufnahmen von „Bands gegen Rassismus“ teil und fuhr nach Afrika. So entdeckte er auch die Bedeutung seiner Wurzeln. Der ersten Reise nach Litauen, 1997, folgten bis heute weitere 24. Kontakte hat er dort zuhauf und spricht auch ein wenig litauisch. Ein Pendant zum neuen Verein soll auf litauischer Seite gegründet werden, wünscht sich Wolff, der auch Redakteur des „Memeler Dampfboots“, der „Heimatzeitung aller Memelländer“ ist. 300 Menschen mit Bezug zum Memelland beteiligen sich am Austausch via Internet. In Münster gibt es einige Dutzend Studierende aus Litauen, die auch für den Verein gewonnen werden sollen. In Litauen gibt es eine deutsche Minderheit von 5000 bis 6000 Menschen, die vor allem im Memelland leben.

Von acht beim recht kurzfristig anberaumten Gründungs-Treff Anwesenden wurden sieben Gründungsmitglieder. Das Alter der Mitglieder reicht vom jungen Erwachsenen bis zum Senior. Walter Brückner ist Kassenwart. Kassenprüfer sind Roswitha Möller, Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen in Münster, und Hans-Jürgen Meier. Die Protokollführung übernahm Wolfgang Weiss. Beisitzer wurden nicht bestimmt. David Bergius, auch Mitglied im Bund Junges Ostpreußen, ist einfaches Mitglied.

Der Stammtisch, auch für Nicht-Mitglieder offen, soll monatlich stattfinden. Weitere Informationen bei Karsten Wolff, Tel. 02506/30 25 74.

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