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Als es kein Weihnachtsgeld gab: Sparklub “Män drin“ feiert Goldenes Jubiläum

2 Dez , 2006  

Münster-Wolbeck. “Män drin” ist münsterlander Platt und heißt soviel wie „Hinein damit“. Hinein mit dem Kleingeld, das bei einem Kneipen-Besuch übrigbleibt. Jedes Mitglied des Sparklubs wirft es in den Sparkasten in das Fach mit seinem Namen. Wobei am Ende des Jahres recht ansehnliche Briefumschläge herauskommen. Ein solcher Stapel war am Samstag in der Gaststätte Kiepe bei der Jubiläums-Feier des Sparklubs „Män Drin“ zu bewundern. 50 Jahre ist der Klub alt. Als einziges Gründungsmitglied ist Brigitte Sasse seit 1956 dabei.

So ein Sparklub ist auch ein wenig exklusiv; man kommt nicht einfach so hinein. Die Sparkästen haben nur eine bestimmte Zahl an Fächern. Sind sie belegt, heißt es warten. Einen größeren Kasten nehmen geht auch nicht immer: Wenn nämlich die Gastwirtschaft zu klein ist für Mitglieder und Anhang.

Angeregt durch den Wolbecker Poahlbürger Alfons Mentrup, damals Hauptkassierer der Kreissparkasse Münster, gründeten 1956 einige Mitstreiter aus dem Wigbold Wolbeck zusammen mit ihm den Sparklub “Män Drin“. Vereinslokal wurde die traditionsreiche Gaststätte seines Bruders Heinrich am Kirchplatz mitten im Wolbecker Ortskern. Die spontane Zustimmung vieler Nachbarn und Freunde war groß. In kürzester Zeit waren  alle Sparfächer besetzt. Am ersten Wochenende im Dezember fand jedes Jahr eine Auszahlungsfeier statt – mit großem Festessen, beachtlichem Zinsertrag und kleinen Überraschungen von der Kreissparkasse, einem leuchtend roten Weihnachtsstern als Blumenpräsent für die Damen und besonderen Belohnungen für den fleißigsten Sparer und die zuverlässige regelmäßigen Sparkastenleerer.

Das angesparte Geld war sehr willkommen zur Finanzierung der Weihnachtsgeschenke. Denn das später gewohnte zusätzliche Weihnachtsgeld gab es damals nicht, schreibt Heinz Sasse in einer kleinen Chronik seines Klubs. Säumige Sparer mussten damals pro Leerung eine Mark Strafe an den Sparklub bezahlen.

Auf den Gründungsvorsitzenden Paul Rickert, der nach einigen Jahren Wolbeck verließ, folgte Rudi Haves. Unter ihm wurden zusätzlich zwei jährliche Sparklub-Versammlungen eingeführt: Im Frühjahr zur Planung des jährlichen Fahrradausfluges im Mai und im Herbst zur Vorbesprechung des Auszahlungsabends. Der wurde mit Musik und Tanz gefeiert. Nach 14 Jahren gab Rudolf Haves sein Amt an die Spargemeinschaft zurück. Die wählte nun alle zwei bis drei Jahre aus ihren Reihen einen neuen Vorsitzenden. Mit Hans Schütz fand sich wieder ein Vorsitzender, der über zehn Jahre lang dem Sparklub “Män Drin“ vorstand.

Als die Gaststätte Mentrup nach der ernsthaften Erkrankung des Gastwirts, Heinz Mentrup jun., Anfang 2002 endgültig schloss, wählte der Sparklub die Gaststätte “Kiepe“ in der Nachbarschaft zum neuen Vereinslokal. Dort übernahm  Karl Stening die Leitung  und führte ihn  ins Jubiläumsjahr 2006.

Nach seinem unerwarteten, plötzlichen Tod erklärte sich die frühere Vereinswirtin Christel Mentrup bereit, den Vorsitz im 50-jährigen Sparklub zu übernehmen. Der ist nun einer der ältesten Sparklubs Wolbecks, schreibt Heinz Sasse. Und mit fast drei Dutzend Jubiläums-Gästen auch ein recht munterer.

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